Ergänzung 1.10: Strahlungsdetektoren (3/5)
Quantendetektoren (2/4)
Vakuum-Fotodioden Fortsetzung von der vorherigen Seite
Eine sehr schöne Fotodiode wird von der Lehrmittelfirma LD Didactic GmbH (oder: Leybold®) für den Physikunterricht angeboten. Sie dient der experimentellen Bestimmung des Planckschen Wirkungsquantums h.
Hier dient die obere Metallkappe als Kontakt für die Photokathode, die aus Kalium besteht und im kugelförmigen Teil der Röhre innen aufgedampft ist. Die Austrittsarbeit von Kalium ist 2,24 eV, Photonen mit kürzeren Wellenlängen als 550 nm (grün) führen zu einem Fotoeffekt. Die Anode ist als ringförmiger Draht gestaltet und mit dem E14 - Schraubsockel kontaktiert.
Die Webseite des Herstellers (letzter Zugriff: 01.04.2026) bietet im Menü 'Zugehörige Dokumente' mehrere Anleitungen zur Bestimmung des Planckschen Wirkungsquantums im Unterricht. Bei einer ersten Durchsicht fällt möglicherweise auf, dass die Spannung zwischen Kathode und Anode im Vergleich zu den Grafiken der vorherigen Seite verpolt erscheint: die Fotodiode wird invers betrieben. Für das Ziel des Versuches - den Nachweis der Photonen und die Bestimmung des Planckschen Wirkungsquantums - ist ein Inversbetrieb der Fotodiode jedoch erforderlich.
Eine wichtige Eigenschaft von Vakuum-Fotodioden ist der nutzbare Spektralbereich. Er resultiert aus zwei Faktoren:
-
das Material der Fotokathode bestimmt die langwellige Grenze der Empfindlichkeit. Die
Austrittsarbeit der Elektronen ist je nach dem für die Fotokathode
genutzten Metall unterschiedlich hoch. Mit
wachsender Lichtwellenlänge nimmt die Photonenenergie ab. Wird die Photonenenergie
zu klein um die Austrittsarbeit aufzubringen, dann ist die sogenannte
Grenzwellenlänge erreicht.
Dieser Umstand und die Beobachtung, dass auch eine höhere Intensität jenseits der Grenzwellenlänge den Fotoeffekt nicht herbeiführen kann, war mit klassischer Physik nicht zu erklären und hat zum Photonenmodell des Lichts Anlass gegeben. - Die kurzwellige Grenze der Empfindlichkeit ergibt sich aus dem Absorptionsverhalten des für die Röhre verwendeten Glases und beträgt meist 300 nm. Quarzglas erlaubt Anwendungen tiefer im Ultraviolett bis herunter zu 200 nm.
Die Kathode der Fotodiode RCA 935 ist mit einer Cäsium-Antimon-Legierung beschichtet und hat eine Grenzwellenlänge bei 600 nm (orange). Ihre Empfindlichkeit S, d.h. das Verhältnis des Fotostroms (in A) zu absorbierter Strahlungsleistung (in W) ist maximal im nahen Ultraviolett bei etwa 350 nm und beträgt dort S=0,03 A/W. Diese spektrale Charakteristik der Kathode wird mit dem Kürzel S-5 bezeichnet. Weitere Kathodenmaterialien und ihre spektralen Empfindlichkeiten werden im folgenden Abschnitt über Photomultiplier dargestellt.
Nicht jedes Photon mit einer Energie, die größer als die Austrittsarbeit ist, kann ein Elektron freisetzen. Ein absorbiertes Photon erhöht die kinetische Energie eines Elektrons, aber seine Bewegungsrichtung ist zunächst unbestimmt. Erst durch Stöße mit anderen Elektronen kann es zur Kathodenoberfläche gelangen und in das Vakuum übertreten. Auch wegen dieser notwendigen Stöße haben nur oberflächennahe Elektronen die Möglichkeit, aus der Kathodenoberfläche auszutreten. Das auf einem Träger aufgedampfte Material der Kathode muss daher nur wenige Atomlagen dick sein.
Eine ausführliche Darstellung zur Physik und Technologie von Fotodioden finden Sie in RCA phototubes and photocells, Technical Manual PT-60 aus dem Jahr 1963.
