Gefahren vorhersehen

Wie sehr sind Korallen gefährdet?

Gegenüber verschiedene Arten von Bedrohungen reagieren Korallen sehr empfindlich. Wenn viele Bedrohungen gleichzeitig auftreten, geraten Korallen in extremen Stress.

Um das Ausmaß stressiger Situationen besser einschätzen zu können, versuchen Forcher die negativen Auswirkungen solcher Bedingungen einzeln oder kollektiv auf einer sogenannten Risikobewertungskarte (risk assessment map) darzustellen.

Menschliche Einflusse, von denen eine direkte Bedrohung auf Korallenriffe ausgehen, können in vier große Kategorien aufgeteilt werden:

Zoom Sign
Küstenentwicklung
Palm Islands, Dubai.
Quelle: Helmut Pfau.

Küstenentwicklung

  • Ausdehnung der Städte
  • Siedlungen
  • Flughäfen
  • Militärische Einrichtungen
  • Bergbauindustrie

Zoom Sign
Meeresverschmutzung
Am 15. Dezember 1976 lief das Schiff 'Argo Merchant' auf Grund. Durch ein Leck in den mittleren Tanks breitete sich im Wasser ein silbriger Ölteppich aus.
Quelle: NOAA.

Verschmützung der Meere

  • Häfen
  • Öltanks
  • Bohrinseln
  • Verkehrsrouten der Schifffahrt

Zoom Sign
Entwicklung an Land
Ein toter Fisch, vermütlich durch Pestizide vergiftet, treibt auf dem Soummam River.
Quelle: Zil.

Entwicklungen im Binnenland

  • Umweltverschmützung
  • Erosion

Zoom Sign
Überfischung
Fischer in Bangladesch.
Quelle: USAID Bangladesh.

Unkontrollierte Ausbeutung und zerstörerische Fangmethoden

  • starkes Bevölkerungwachstum

Für jede Bedrohung wird das Ausmaß negativer Auswirkungen abgeschätzt und in Risikozonen aufgeteilt: 'geringes Risiko', 'mittleres Risiko' und 'hohes Risiko'.

Solche Karten können bei Entscheidungen sehr hilfreich sein, besonders bei der Entwicklung wirksamer Strategien für die Bewirtschaftung von Schutzgebieten.

Wenn Sie diese Seite durchgelesen haben, versuchen Sie doch die Übung 'Gefahren vorhersehen'.

Das Beispiel Hurghada (Ägypten)

Zoom Sign
Landsat7 ETM+ TCC
Satellitenaufnahme von Hurghada (Ägypten), Landsat 7 ETM+, 2000. Rote Punkte im Nordwesten des Bildes markieren die Position einiger Ölbohrinseln.
Quelle: Vanderstraeten, 2007.

Im Nordwesten des Aufnahmegebiets befinden sich zwei Ölbohrinseln. Die Wahrscheinlichkeit, dass Korallen im Falle eines Lecks in Stress geraten, ist in unmittelbarer Nähe der Bohrinseln am größten. Je weiter entfernt von der Plattform, desto geringer das Risiko für Korallen.

Diese Information kann in eine Risikobewertungskarte eingetragen werden. Auf der Karte werden verschiedene Zonen dargestellt: die Zone mit hohem Risiko (rot auf dem Bild) liegt dicht um der Plattform herum, wechselt dann in ein mittleres Risiko (orange) mit wachsender Entfernung zur Plattform. Im grünen Bereich ist das Stressrisiko für Korallen im Falle eines Lecks am geringsten.

Zoom Sign
Risikobewertungszonen
Eine Risikobewertungskarte mit den drei Risikobewertungszonen: rot = hohes Risiko, orange = mittleres Risiko, grün = geringes Risiko.
Quelle: Vanderstraeten, 2007.

Dies ist eine Darstellung der potenziellen Stressbedingungen, denen ein Korallenriff in der Nähe einer Ölbohrinsel ausgesetzt ist. Selbstverständlich kann diese Anwendung auch auf andere Gefahrenformen übertragen werden.