1. Überwachung des Erntezustands

Krankheits- und Schädlingsbekämpfung

Neben der Identifizierung gestresster Pflanzen, die unter Nährstoff- oder Wassermangel leiden, kann die Fernerkundung eingesetzt werden, um Pflanzen vor potentiellen Schädlingen, Pilzen oder Bakterien zu beschützen. Indem landwirtschaftliches Wissen mit Fernerkundungsdaten kombiniert wird, können frühe Warnungen ausgestoßen werden. Diese können durch Gegenmaßnahmen einen Krankheits- oder Schädlingsbefall der Ernte rechtzeitig verhindern.

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Ausschnitt des Mississippi Flussdeltas mit den wahrscheinlichsten Gebieten eines Insektenangriffs
Ausschnitt des Mississippi-Flussdeltas, welches die wahrscheinlichsten Gebiete eines Insektenbefalls zeigt.
Quelle: Environmental Health Perspectives, Volume 108 (3), März 2000

Die oben gezeigte multispektrale Aufnahme zeigt Baumwollpflanzen, die aufgrund günstiger Bedingungen schneller wachsen als andere. Diese Pflanzen (rot gefärbt) bilden die wahrscheinlichsten Ziele eines Krankheits- oder Schädlingsangriffs. Mit diesem Wissen können Pestizide zielgenau nur in den roten Gebieten eingesetzt werden. So verringern sich die Kosten der Behandlung und - noch wichtiger - die Menge der Chemikalien, die in die Umwelt abgegeben werden.

Es ist ebenfalls möglich, das Ausmaß einer durch Krankheiten und Schädlinge verursachten Zerstörung zu ermitteln. Die Methode gleicht der, die zur Bestimmung gestresster Pflanzen benutzt wird. Die Symptome solcher Angriffe zeigen sich normalerweise durch das Zerstören des Chlorophylls, und wie bereits gezeigt kann eine Reduktion der Chlorophyllkonzentration in Pflanzen mittels Fernerkundung identifiziert werden.

Frage: Sehen Sie sich die Muster des oberen Bildes an. Können Sie erklären, warum einige Baumwollpflanzen schneller wachsen als andere?

Antwort

 

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Mottenlarve auf einem Blatt
Eine Mottenlarve frisst ein Blatt. Die Zerstörung kann durch Fernerkundungsdaten ermittelt werden, indem der Verlust der Blattfläche berechnet wird.
Quelle: Mel Evans, Associated Press

Neben dem Chlorophyllverlust können Krankheiten und Schädlinge auch ganze Blätter zerstören und somit die Blattfläche reduzieren. Daraus folgt, dass die Leistungsfähigkeit der Pflanzen, die Photosynthese durchzuführen, verringert wird. Da der Blattflächenindex (BFI) von Pflanzen ermittelt werden kann, ist es möglich einen Insektenbefall (so beispielsweise durch die Mottenlarve) früh zu entdecken und die Bauern zu warnen, damit sie geeignete Bekämpfungsmethoden einsetzen können.

Die Fernerkundung ermöglicht es auch, Pflanzen zu identifizieren, die mehr Düngemittel oder Pestizide brauchen. Gleichzeitig kann die Menge der erforderlichen Chemikalien reguliert und reduziert werden. Für weitere Informationen schauen Sie sich bitte das Kapitel Pflanzenbau/Präzisionsackerbau an.

Die Fernerkundung kann Daten im nahen infraroten Spektralbereich liefern, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Werden diese Daten mit Informationen aus dem sichtbaren Spektrum, wo Chlorophyll das Licht bei bestimmten Wellenlängen absorbiert, kombiniert, so können gestresste Pflanzen identifiziert werden, bevor überhaupt Symptome für das Auge sichtbar werden. Durch diese frühen Warnungen können Bauern rechtzeitig reagieren, um den Schaden so gering wie möglich zu halten.