4. Invasive Arten im Meer
Transport mariner invasiver Arten (2/3)
2. Aquakultur
Aquakultur ist das Pendant zur Landwirtschaft im Wasser. Sie befasst sich mit der kontrollierten Aufzucht im Wasser lebender Organismen als Nahrungsmittel, für wissenschaftliche Zwecke oder für Freizeitaktivitäten wie den Angelsport oder die Aquaristik. Im Jahr 2005 wurden in marinen Gewässern weltweit knapp 19 Millionen Tonnen Fisch, Schalen- und Weichtiere (Mollusken) produziert (FAO).
Viele der in Meerwasser gezüchteten Arten werden in Gebieten kultiviert, in denen sie nicht heimisch sind. Im Fall versehentlicher Freilassungen können sie invasiv werden oder Krankheiten unter einheimischen Organismen verbreiten. Gründe für versehentliche Freilassungen sind z.B. Löcher in den Reusen.
3. Kanalbau
Die heutigen Flusssyteme der Erde wurden gegen Ende der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren angelegt.
Die Landmassen zwischen den Ozeanen fungieren als natürliche Barrieren für im Wasser lebende Organismen.
Diese Barrieren sind jedoch vielerorts durch den Bau von Kanälen verändert worden, da die Kanäle
den Organismen als Transportstraßen dienen. Das Haupt-Transportmittel auf den Kanälen sind Schiffe,
aber auch durch die Gezeitenströme können Meeresbewohner mehrere Kilometer landeinwärts transportiert werden.
Die Öffnung des Suezkanals löste beispielsweise einen großen Zustrom von mehr als 300 im Roten Meer lebenden
Organismen in das Mittelmeer aus, die mehrere einheimische Arten verdrängten und ablösten (Wittenberg and Cock 2001).