5. Eis in der Arktis

Zeitreihen - Die Ausdehnung des arktischen Meereises (1/3)

Es kann folgende Veränderungen der Meereismasse in der Arktis geben:

  • die gesamte Flächenausdehnung
  • das Gesamtvolumen
  • die Dicke
  • Typ oder Alter des Eises
  • Konzentration
  • das geographisch bedeckte Gebiet

Wir schauen uns nun zwei von ihnen an - die gesamte Flächenaus- dehnung und das geographisch bedeckte Gebiet.

Die gesamte Flächenausdehnung - über dreißig Jahre

September-Minimum

Der Graph gegenüber zeigt uns die Septemberwerte der Meereisaus- dehnungen der letzten dreißig Jahre. Das Meereis liegt bei einem Minimum im September, nach der Sommerschmelze. Da die Darstellung auf Satel- litendaten basiert, liegen auch die Daten der geographischen Eisflächen- veränderung vor.

Durch die Regressionsgerade der Septemberwerte wurde für die Meereis- abnahme ein Wert von 11,7% pro Jahrzehnt ermittelt.

Regressionsgerade?

März-Maximum

Es ist auch interessant, die Meereismaxima zu betrachten, welche im März nach dem Winterwachstum auftreten. Der mittlere Graph rechts zeigt die Abweichungen der Eisausdehnung vom dreißigjährigen Mittel der Monate März und September.

Die beste Mittlung?

Wenn Sie die März-Punkte betrachten, fällt Ihnen auf, dass sie alle recht nah an ihrer Regressionsgerade liegen.

Das kann man nicht über die September-Werte behaupten, besonders in den späteren Jahren.

Denken Sie, dass 11% die ganze Geschichte verraten? Welchen Wert würden wir erhalten, wenn wir nur die letzten 10 Jahre aus dem Datensatz entfernen? Sehen Sie sich die Übung über Zeitreihen in Kapitel 7 an, um es herauszufinden!

Über 100 Jahre

Wir haben zwar keine Satellitendaten von vor den späten 1970ern, dafür Schiff- und Flugzeugüberwachungen seit Anfang des 20. Jahrhunderts, die von einigen Ländern aus die Umrisse der arktischen Meereisfläche gesammelt haben, um eine Karte der Ausdehnung zu verfassen. Der letzte Graph rechts unten zeigt die Zeitreihenmessungen der Gebiete, die von Eisgrenzen umfasst waren (ermittelt als eine eisbedeckte Fläche von weniger als 10% der gesamten Meeresoberfläche).

Was sagt uns die Zeitreihe?

Während der ersten Hälfe des Jahrhunderts bleiben die Ausdehnungen zu jeder Jahreszeit im wesentlichen konstant. Ab Beginn der 50er Jahre schrumpft das Sommerminimum, während das Wintermaximum unverän- dert bestehen bleibt. Doch seit 1975 verringert sich auch das Winterma- ximum.

Schmilzt das Eis überall?

Die Graphiken auf dieser Seite zeigen eine Verringerung der arktischen Meereisflächen über die letzten dreißig Jahre. Sie zeigen jedoch auch ei- nen gewissen Spielraum von Jahr zu Jahr.

Sie verraten uns allerdings nicht, ob sich Eis überall verringert oder in manchen Gebieten ansteigt, während es sich in manch anderen verrin- gert.

Auf der nächsten Seite erfahren wir, wie uns Satellitenerkundungen das geographische Bild der arktischen Meereisflächen betrachten lassen.



Arktisches Meereis September 1978 - 2008
Die Eismassen der September von 1979 bis 2008 zeigen eine Abnahme über dreißig Jahre. Die Septemberwerte der Meereisflächen haben seit 1979 um 11,7% pro Jahrzehnt abgenommen.
Quelle: National Snow and Ice Data Center
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Arktisches Meereis März und September 1979 - 2007
Zeitreihen der Eisausdehnungen im März (Ausdehnungsmaximum) und September (Ausdehnungsminimum) durch Mittelwerte für den Zeitabschnitt von 1979-2007.
Die Regressionsgeraden zeigen die Abnahmeraten für März von -2,8% und für September von -11,1% pro Jahrzehnt.
Quelle: National Snow and Ice Data Center
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20th Century Changes of the Arctic Sea Ice Cover

Die Mittelwerte der Zeitreihe jährlich, im Winter (JFM), Frühling (AMJ), Sommer (JAS) und Herbst (OND) der Meereisausdehnungen der nördlichen Hemisphäre für die Zeit von 1901–2007.
Quelle: NOAA